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Und der Ausflug findet doch statt! Lange Zeit sah es nicht danach aus, es folgte eine Hiobsbotschaft nach der anderen. Doch der Reihe nach. Ich wollte unbedingt Veliko Tarnovo sehen, die Hauptstadt des Zweiten Bulgarischen Reiches. Zunächst mussten wir aber bei der Begrüßungsveranstaltung von ITS feststellen, dass ITS das Rosental, Kasanlöck und Veliko Tarno gar nicht im Angebot hat.  

Eines Tages gingen wir dann von unserem Hotel am Sonnenstrand-Infocenter vorbei  Richtung Hotel Kuban. Dort stand ein junger Mann, der Flyer verteilte. Ausnahmsweise habe ich einen genommen. Und was stand drin? Genau! Ausflugsangebote von Neckermann, u.a. Veliko Tarnovo. Das Neckermann-Reisecenter befindet sich direkt neben dem Infocenter, also nur wenige Minuten von unserem Hotel entfernt.  

Wir also nichts wie hin! Eine nette junge Dame und ein netter junger Mann stellten uns in perfektem Deutsch den Ausflug vor. Es handele sich um eine Zweitagestour, bei der wir unter anderem Arbanassi, Veliko Tarnovo, das Drjanowskikloster, Gabrovo, Etara, den Schipkapass, den Ort Schipka sowie Kasanlöck sehen würden, so erklärte man uns. Kostenpunkt pro Person: 179 Leva incl. 2 Mittag- und einem Abendessen, 1 x Frühstück sowie eine Übernachtung in einem Balkandorf.  

Natürlich haben wir sofort gebucht. Das Programm hörte sich vielversprechend an, und den Preis fanden wir in Ordnung. Am Wochenende hatten wir gebucht, am Donnerstag sollte es losgehen. Wir freuten uns schon riesig. Doch Mittwochabend fanden wir eine Mitteilung an der Rezeption, dass der Ausflug nicht stattfinden könne, weil wir beiden die einzigen Teilnehmer seien. Wir möchten bitte vorbeikommen, um unser Geld abzuholen. Also wieder nichts!

Das muss man Neckermann lassen, korrekt sind sie! Als wir am nächsten Morgen losgingen, unser Geld zu holen, kam uns der junge Mann bereits entgegen. Wir bekamen anstandslos unser Geld zurück. Ich schlug dann vor, uns doch vorzumerken, falls nächsten Donnerstag dieser Ausflug zustande käme. Das geschah dann auch. Und was soll ich sagen, bereits am nächsten Tag erhielten wir Nachricht, nächste Woche würde es klappen. Wir also wieder hin und erneut gebucht. Und dieses Mal klappte es wirklich. Und es wurde ein super Ausflug. Ich bin richtig froh, dass wir nicht aufgegeben haben. 


Wir bildeten eine internationale Reisegruppe, die aus vier Russen, vier Engländern, zwei Polen und uns zwei Deutschen bestand. Uns zur Seite gestellt waren vier Reiseleiter, also hatten jede Sprachgruppe ihren eigenen Dolmetscher. Der Busfahrer war Bulgare türkischer Abstammung, er konnte sehr gut Hochdeutsch, obwohl er fünf Jahre in Österreich gearbeitet hat. Horst und ich saßen während der Fahrt neben ihm, konnten uns also mit ihm unterhalten.  


Endlich ging es los! Um 6.10 Uhr wurden wir vor dem Hotel Bor abgeholt. Wir fuhren dann "über die Dörfer" bis wir nördlich von Burgas auf die Bundesstraße 6 stießen. Dieser folgten wir immer dem südlichen Balkangebirge entlang über Aitos, Karnobat und Sliven bis zum Städtchen Gurkovo. Dieses ist nach dem russischen Oberbefahlshaber im russisch-türkischen Krieg 1877/78 benannt worden. Hier wurde die erste Fotopause eingelegt. Aufgenommen haben wir ein Lavendelfeld und die Königskerzen.  


Ein Lavendelfeld


Königskerzen am Fuße des Balkangebirges


Und jetzt ging es ins Gebirge. Wir überquerten den Balkan auf dem "Pass der Republik". Dieser wurde 1946 unter dem kommunistischen Regime von den Studenten "freiwillig" gebaut. Wie dem auch sei, der Pass stellt eine wichtige Nord-Süd-Verbindung dar.


Nach der Balkanüberquerung besuchten wir zunächst das Kloster der Heiligen Peter und Paul. Nun gibt es in Bulgarien sehr viele Klöster, und nicht jedes ist interessant. Jedenfalls nicht für mich. Aber hier handelt es sich um ein katholisches Kloster, und die Bulgaren sind weitaus überwiegend bulgarisch-orthodox. Aber ungefähr hundert Jahre lang war Bulgarien katholisch, aus dieser Zeit stammt das Kloster. 







Danach stand das Künstlerdorf Arbanassi auf dem Programm. Dort besuchten wir eine Kirche, von der ich leider kein Bild habe. Dort war auch eine amerikanische Reisegruppe, die einen Abstecher von einer Donaukreuzfahrt unternommen hatte. Zu deren Programm gehörte auch ein gregorianischer Chor, der in der Kirche gesungen hat. Die Tür war zwar verschlossen, wir konnten nichts sehen, aber es war beeindruckend, die Musik in der Kirche sitzend zu hören.  


Innenansicht eines historischen Wohnhauses:






Das ist die Toilette. Bevor Sie anfangen zu lachen, eine kleine Information: Zur selben Zeit gab es so etwas im weltberühmtem Schloss von Versailles nicht. Dort wurde in leere Räume gesch.... Jetzt dürfen Sie lachen :)


Jetzt wollten wir eigentlich zu Mittag essen. Aber vor den Preis haben die Götter bekanntlich den Schweiß gesetzt. Oder wie in unserem Fall den Asphalt. Die Straße zu dem Restaurant, die wir benutzen mussten, wurde gerade asphaltiert. Es war kein Durchkommen. Also alles aussteigen und laufen. Zum Glück war es nicht weit.




Richtig lustig wurde es dann auf der Rückfahrt vom Restaurant. Die Teermaschine hatte die Stelle bereits erreicht, an der wir die Straße verlassen hatten. Also auch hier kein Durchkommen. Der Busfahrer brauchte mehrere Versuche, einen Weg heraus aus diesem Dorf zu finden. Die Oberreiseleiterin war empört, der Busfahrer genervt und ich habe mich köstlich amüsiert. Wer eine Reise tut, der kann auch was erzählen...


Nach dem Mittagessen ging es dann nach Veliko Tarnovo, der Hauptstadt des Zweiten Bulgarischen Reiches.


Blick auf die Altstadt



Aufgang und Festungsanlage zur Burg "Zarevetz"


Die Burg


Blick auf die Bischofskirche


Blick auf den Fluss Jantra


In Veliko Tarnovo hatten wir auch noch ein lustiges Erlebnis. Wir hatten eine gute Stunde Freizeit, die Horst und ich in einem Lokal verbrachten. Dort verkehrten nur Bulgaren. Wir waren mit unseren Fotoaparaten natürlich sofort als Touristen zu erkennen. Als ich dann unsere Getränke auf Bulgarisch bestellt habe, konnte sich die junge Kellnerin (ca. 16-17 Jahre) bis zum Ende ihrer Schicht gar nicht wieder einkriegen.


Im Balkangebirge entkommt man der Geschichte nicht. Hier fand im April/Mai 1876 der legendäre Aprilaufstand der Bulgaren gegen die türkische Unterdrückung statt. Der Aufstand wurde brutal niedergeschlagen und danach richteten die Türken ein furchtbares Gemetzel unter der Zivilbevölkerung an.  Das brach den Türken aber letztendlich das Genick. Es ging ein Aufschrei der Empörung durch Europa, Bulgarien stand mit einem Mal "auf der politischen Tagesordnung". Konsequenz war die Kriegserklärung Rußlands an die Türkei. Durch diesen Krieg (1877/78) erfolgte dann die Befreiung Bulgariens vom türkischen Joch.


Auf dem Weg zum Drjanowskikloster steht dieses Denkmal, das an die Helden von 1876 erinnert.


Der Eingang


Diese Gedenktafel erinnert an den Besuch des bulgarischen Nationalhelden Vasil Levski im Mai 1871. 1873 wurde Levski von den Türken ermordet.




Das Gebäude für öffentliche Empfänge


Das Haus der Gebeine. Hier werden die sterblichen Überreste der Gefallenen des Aprilaufstandes aufbewahrt.


Das Innere des Hauses der Gebeine:







Vor dem Kloster:






Nach soviel Kultur und Geschichte am ersten Tag hatten wir uns die Freizeit am Abend redlich verdient. Wir übernachteten in dem kleinen Dörfchen Fenerits im Balkangebirge. Zunächst gab es ein gemeinsames Abendessen, dann saßen wir noch gemütlich zusammen. Die Sitzordnung ergab es, dass ich mit den vier Russen, alle waren aus Moskau, gefeiert habe. Wir hatten viel Spass.










Dieses besichtigten wir am nächsten Morgen gleich nach dem Frühstück. Die Häuser sind noch wie vor 150 Jahren und stehen unter Denkmalschutz.





Danach fuhren wir nach Gabrovo. Aus dieser Stadt stammt Christo, der den Berliner Reichstag eingepackt hat. Den Leuten aus Gabrovo sagt man aber auch schwäbische bzw. schottische Eigenschaften nach: Sie gelten als geizig.   


Ihrem Gründer setzten die Einwohner Gabrovos ein Denkmal, und zwar auf einer Insel mitten im Fluss. Hierin sehen die übrigen Bulgaren einen weiteren Beweis für der Geiz der Gabrover: Nicht mal ein Grundstück hatten sie für ihn übrig!

Bilder aus der Innenstadt, mit vielen Häusern im Jugendstil:










Unser nächster Programmpunkt war Etara, eine weitere Musuemsstadt.








Nach der Besichtigung von Etara überquerten wir das Balkangebirge nun von Nord nach Süd. Dieses Mal benutzten wir den Schipkapass. Der war Schauplatz des wohl wichtigsten Sieges  über die Türken im Krieg 1877/78. Etwa 5.000 Russen und Bulgaren hielten 30.000 Türken erfolgreich stand. Zum Andenken hieran wurde auf dem Berggipfel ein Denkmal errichtet. Hier findet jedes Mal am 3. März die offizielle Feier des Bulgarischen Nationalfeiertages aus Anlass der Befreiung vom türkischen Joch statt.




Das Denkmal und ich



Nach der Überquerung des Balkans aßen wir zu Mittag und besichtigten dann Schipka mit seiner Gedächtniskirche.










Nun fuhren wir noch nach Kasanlöck, wo wir das erst vor kurzem gefundene trakische Grabmal besichtigten. Nur gab es eigentlich außer den dunklen Grabkammern nichts zu sehen, die gefundenen Schätze sind zur Zeit auf Welttournee. Deswegen habe ich auch keine Bilder.



Es war ein unglaublich toller Ausflug. Ich hoffe, die Bilder hier vermitteln einen kleinen Eindruck dessen, was wir gesehen haben.

Unglaubliches Glück hatten wir auch mir unserer Reiseleiterin. Man merkte ganz deutlich, dass sie auch schon Bulgarienrundreisen für Marco Polo geleitet hat. Ihre Kompetenz war entsprechend.

Und nicht zuletzt hatten wir auch Glück mit unserer Gruppe. Es ist durchaus nicht selbstverständlich, dass sich Angehörige so vieler Nationen so gut vertragen. Aber es waren ja auch alle Teilnehmer enorm an Bulgarien interessiert und es war schließlich auch keine Kampftrinkerveranstaltung.

Ich kann diese Tour jedenfalls nur wärmstens empfehlen.


Zum allgemeinen Urlaubsbericht 2006:    Urlaub 2006





 
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